CPM-154
CPM 154 ist die pulvermetallurgische Weiterentwicklung von 154CM, einem der Stähle, die den rostfreien Custom-Messerbau überhaupt erst salonfähig gemacht haben. Hier die wichtigsten Fakten:
Herkunft: Der Vorgänger 154CM wurde vom US-Hersteller Crucible ursprünglich nicht für Messer entwickelt, sondern für hochbelastete Lager in Flugzeugtriebwerken. Anfang der 1970er-Jahre entdeckte ihn der legendäre Messermacher Bob Loveless für seine Klingen und machte ihn damit in der Custom-Szene berühmt. Das japanische Gegenstück von Hitachi ist ATS-34. Mitte der 2000er-Jahre brachte Crucible mit CPM 154 eine Version im CPM-Verfahren (Crucible Particle Metallurgy) heraus: gleiche Rezeptur, aber mit deutlich feinerem und gleichmäßigerem Gefüge.
Zusammensetzung: CPM 154 besteht aus folgenden Hauptelementen:
Kohlenstoff (C): ca. 1,05 %
Chrom (Cr): ca. 14,0 %
Molybdän (Mo): ca. 4,0 %
Mangan (Mn): ca. 0,5 %
Silizium (Si): ca. 0,3 %
Für Sammler interessant: Chemisch ist CPM 154 praktisch identisch mit 154CM und ATS-34. Der Unterschied liegt allein in der Herstellung. Durch das Pulververfahren fallen die Karbide viel feiner aus, was die Klinge zäher macht und eine besonders schöne Politur erlaubt.
Härte: üblicher Bereich 58–61 HRC.
Zähigkeit: spürbar besser als bei den klassisch erschmolzenen Geschwistern 154CM und ATS-34 sowie bei 440C, erreicht aber nicht das Niveau moderner zäher Pulverstähle wie MagnaCut.
Schnitthaltigkeit: etwa auf dem Niveau von 154CM und leicht über 440C, jedoch klar unter vanadiumreichen Pulverstählen wie S30V, S35VN oder M390.
Korrosionsbeständigkeit: gut, vergleichbar mit 154CM und deutlich besser als beim halb-rostfreien D2. An MagnaCut oder LC200N reicht CPM 154 aber nicht heran.
Praktische Einordnung: CPM 154 ist kein Rekordhalter in einer einzelnen Disziplin, sondern ein sehr ausgewogener Stahl: ordentliche Schnitthaltigkeit, gute Rostbeständigkeit und dank des fehlenden Vanadiums angenehm leicht zu schärfen. Seine Stärke ist die Oberfläche. Er nimmt eine hervorragende Spiegelpolitur an und eignet sich gut für Gravuren und feine Verzierungen, weshalb er bei Custom-Messermachern und bei Sammlermessern sehr beliebt ist.
