440C

440C ist einer der bekanntesten klassischen Klingenstähle und galt jahrzehntelang als Maßstab für rostfreie Messer. Hier die wichtigsten Fakten:

Herkunft: 440C gehört zur amerikanischen 440er-Stahlserie (440A, 440B, 440C) und ist deren härteste und kohlenstoffreichste Variante. Bekannt wurde er vor allem als Stahl des legendären Buck-110-Klappmessers, das bis 1981 aus 440C gefertigt wurde, bevor der Hersteller auf einen anderen Stahl umstieg.

Zusammensetzung: 440C besteht aus folgenden Hauptelementen:
Kohlenstoff (C): ca. 0,95–1,20 %
Chrom (Cr): ca. 16–18 %
Molybdän (Mo): ca. 0,75 %
Mangan (Mn): ca. 1,0 %
Silizium (Si): ca. 1,0 %
Phosphor (P): ca. 0,04 %
Schwefel (S): ca. 0,03 %

Anders als viele moderne Messerstähle wird 440C konventionell erschmolzen statt im pulvermetallurgischen CPM-Verfahren, wodurch gröbere Chromkarbide entstehen als etwa bei MagnaCut oder S30V.

Härte: üblicher Bereich 58–60 HRC.

Schnitthaltigkeit: 440C dient in der Messerbranche traditionell als Referenzstahl: Die CATRA-Schnitthaltigkeitswerte vieler moderner Superstähle (z. B. S30V, S35VN, S45VN, M390) werden bis heute als Prozentwert relativ zu 440C = 100 % angegeben. Gegenüber modernen Pulverstählen wie S30V oder MagnaCut fällt 440C dabei deutlich ab; gegenüber dem ebenfalls klassisch erschmolzenen VG-10 liegt er laut CATRA-Tests von Knife Steel Nerds dagegen auf ähnlichem, teils sogar minimal besserem Niveau.

Korrosionsbeständigkeit: solide, aber moderat – gut in trockener bis milder Umgebung, fällt gegenüber korrosionsresistenteren Klingenstählen wie H1, LC200N oder MagnaCut aber ab.

Praktische Einordnung: Verglichen mit modernen Pulverstählen wie S30V oder MagnaCut hält 440C die Schneide kürzer, lässt sich dafür aber leichter schärfen und nimmt eine spiegelnde Politur an. Als bewährter, gut verfügbarer Stahl bleibt er bis heute in Taschenmessern sowie Tauch- und Outdoor-Messern verbreitet.